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67. BetonTage - Zeitenwende im Betonbau

Vom 20. - 22. Juni 2023 finden wieder die BetonTage im Congress Centrum Ulm statt. Unter dem Motto „Zeitenwende im Betonbau“ zeigt der Leitkongress der Beton- und Fertigteilindustrie Wege zur Reduzierung des ökologischen Fußabdruckes auf.

Ressourcenschonung und Emissionsreduzierung sind zwei Hauptforderungen an die Branche, um einen nachhaltigeren, klimage-rechteren und ressourcen-effizienteren Betonbau zu erzielen. Hierauf liegt auch der Schwerpunkt des Fachprogramms der 67. Auflage. „Zeitenwende im Betonbau“ lautet daher auch das Motto. Alle Plenumsvorträge der ersten beiden Kongresstage werden live gestreamt und vor Ort simultan ins Englische übersetzt. Eine Ausstellung der Zuliefer-, Maschinen- und Softwareindustrie begleitet wie gewohnt den Branchenevent.


Keynotes geben Impulse und blicken über den Tellerrand

Der Eröffnungstag startet mit wirtschaftspolitischen Themen: So schlägt Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Brücke zwischen Demografie, Arbeitsmarkt und Immobilienwirtschaft. Die deutsche Bevölkerung altert und stellt damit auch soziale Sicherungssysteme und Immobilienmärkte vor noch nie dagewesene Herausforderungen. Der Finanzexperte zeigt die Zusammenhänge und die sich daraus abzuleitenden Schlussfolgerungen auf. Sorgen bereiten auch die steigenden Energiepreise. Wie kann die Versorgungssicherheit erhalten und trotzdem CO2 eingespart werden? Reichen erneuerbare Energien allein aus? Spielen fossile Energieträger in Zukunft keine Rolle mehr? Dr. Ludwig Möhring, Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie, Hannover, liefert Fakten und leitet Handlungsempfehlungen ab.


Innovationspotenzial der Branche

Ressourcenschonung und Emissionsreduzierung sind zwei Hauptforderungen an die Beton- und Zementindustrie, um einen nachhaltigeren, klimagerechteren und ressourceneffizienteren Betonbau zu erzielen. Hierauf liegt auch der Schwerpunkt des Fachprogramms der 67. BetonTage. Wegweisende Vorträge aus Wissenschaft und Praxis zeigen die Potenziale des Baustoffs Beton und der Betonfertigteilbauweise diesbezüglich auf. Der Einsatz von alternativen, zementsubstituierenden Sekundärstoffen sowie von Recyclingmaterialien und innovativen Betonen und Betonbauteilen seien hier exemplarisch genannt.


Best-Practice aus Norwegen

Die Dekarbonisierung steht am 21. Juni 2023 auch im Fokus der Beiträge des diesjährigen Gastlandes der BetonTage. Norwegen nimmt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein. So konnte es bereits Erfahrungen mit der Abscheidung und Einlagerung von Kohlendioxid, dem sogenannten Carbon Capture and Storage (CCS) sammeln. Aktuell entsteht mit Unterstützung der Regierung der größte unterirdische Speicher für CO2. Ziel ist es, die Machbarkeit der Kohlendioxid-Einlagerung im Meeresboden im großindustriellen Maßstab zu demonstrieren und ein internationales Transportnetz aufzubauen, mit dem aufgefangenes CO2 aus ganz Europa an die norwegische Westküste gebracht werden kann. Zudem baut Norcem/Heidelberg Materials in Brevik die weltweit erste Anlage zur Full Scale-CO2-Abscheidung und -speicherung in einem Zementwerk auf. Hier sollen jährlich 400.000 t CO2 abgeschieden und zur dauerhaften Lagerung transportiert werden.


Neben dem Klimawandel ist der Fachkräftemangel eine weitere Herausforderung unserer Zeit. In einem Beitrag zeigt die norwegische Betonfertigteilindustrie, welche Strategien die Branche zur Gewinnung von gewerblichen Mitarbeitenden verfolgt. Darüber hinaus wird eine Studie vorgestellt, die die Nachhaltigkeitsvorteile der Betonfertigteilbauweise gegenüber Leichtbau mit Holz akzentuiert.


Schulterschluss mit den Marktpartnern

Am 22. Juni 2023 findet der Zukunftstag Bauwirtschaft statt. Prof. Dr. Lucio Blandini, Leiter des Instituts für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren an der Universität Stuttgart, eröffnet den Tag mit seiner Mission „Leicht bauen mit Beton“. Nachhaltigkeit steht auch bei der Strategiepositionierung im Industrie- und Infrastrukturbau von Leonhard Weiss im Mittelpunkt. Das neue Branchenmerkblatt der Betonfertigteilverbände zum Sichtbeton sowie Projektbeispiele zur nachhaltigen Vorfertigung, der Wiederverwendung von Betonbauteilen und zum KI-basierten Einsatz stark CO2-reduzierter Betonrezepturen werden ebenfalls vorgestellt.


Wirtschaft und Recht

Nach einer einjährigen Pause und aufgrund der wiederholten Nachfrage bietet der Veranstalter wieder ein Podium „Wirtschaft und Recht“ an. Hier werden arbeitsrechtliche Updates und aktuelle Fragen zu Bau- und Lieferverträgen beleuchtet, einschließlich der aktuellen Marktpreisentwicklungen. Außerdem erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über Nachhaltigkeitszertifizierungen für Branchenunternehmen und klimaneutrale Betonbauteile. Dabei wird erstmals das neue Zertifizierungssystem des Bund Güteschutzes Beton- und Stahlbetonfertigteile präsentiert.


Kommunikationsplattform BetonTage

Ein fester Bestandteil der BetonTage ist die begleitende Ausstellung der Zuliefer-, Maschinen- und Softwareindustrie. Sie wurde nochmals erweitert und bietet umfassende Informationen über alle Innovationen und Weiterentwicklungen. Zahlreiche Aussteller präsentieren ihre Neuentwicklungen im „Forum Innovation“. Hauptsponsoren der BetonTage sind wieder die Dyckerhoff GmbH und Pemat Mischtechnik GmbH.


Überhaupt wird Netzwerken auf den BetonTagen großgeschrieben. „In diesem Jahr haben wir insgesamt weniger Parallelveranstaltungen und längere Pausen eingeplant, um Austausch mehr Raum zu geben, davon lebt schließlich ein solcher Branchentreff“, so Dr. Ulrich Lotz, Geschäftsführer der FBF Betondienst GmbH.


Das ausführliche Programm finden Sie ab Februar 2023 auf www.betontage.de.


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